stattweb.de LogoStattzeitung Logo (2)

Artikel-Archiv



Volltextsuche:

530989 gefundene Artikel, angezeigt: 181-200
Sortierung: nach Datum/Ausgabe

Blättern:
[A] [<] [141] [161] [181] [201] [221] [>] [E]


Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich

Stefan Frank stellt im Märzheft von KONKRET Analogien her zwischen der Lage Roosevelts und derjenigen Obamas. Was die Innenpolitik angeht, kann man zustimmen oder auch nicht. Dann aber die Außenpolitik. Da ändert sich der Ton radikal. Von allen Kriegsschauplätzen, die es real schon gibt, wird einzig der potentielle erwähnt. Der Iran. Da hört für Frank alle betrachterische Beschaulichkeit auf. "Isolation oder Intervention? <i>"Außenpolitisch könnte 2010 für Obama zu einem Schlüsseljahr werden, wie es das Jahr 1941 für Roosevelt war. Anders als George W. Bush kann Obama die iranische Bedrohung nicht länger ignorieren. Im Iran herrscht ein Todeskult, dessen Anhänger davon überzeugt sind, daß die herbeigesehnte Rückkehr des °verschwundenen« 12. Imams beschleunigt werden könne, wenn es zu einem blutigen Endkampf zwischen rechtgläubigen Schiiten und den Ungläubigen kommt. Ahmadinedschad, der nach eigener Aussage regelmäßigen Kontakt zum 12. Imam hält und dessen »Aura spürt«, ist fest davon überzeugt, daß seine Rückkehr unmittelbar bevorstehe: Apokalypse now!, heißt das. »Sie haben uns den Weg zum Märtyrertum gezeigt, dem wir folgen müssen«, sagte Ahmadinedschad, nachdem im Dezember 2005 in Teheran 108 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren." (FRANK)</i> Eine neue Variante: Nicht der Islam als ganzer wird beschuldigt, sondern einzig der „Todeskult“- dem Iran allein zugehörig, nicht einmal den Schiiten im Ganzen zugeschrieben. Die sonst oft erwähnten angeblichen Racheengel der Hamas und der Hisbollah fallen hier also heraus aus der Rechnung. Bei Hisbollah zeichnet sich zwar ein entschlossener Siegeswillen ab, von Todesneigungen über das übliche Soldaten-Gebrülle hinaus ist wenig zu merken. Für Frank ist jedenfalls hier der Ansatz zur - anti-amerikanischen? - Attacke gegen Obamas Appeasement-Politik. Wie kann freilich angesichts der schamlosen Aufrüstung der USA generell von appeasement geredet werden? Frank weiß es: <i>"Washington beunruhigt das nicht; Solche Statements basierten auf Politik, nicht auf Physik, hieß es aus dem Weißen Haus. Vielleicht hatte Obama den Kommentar gelesen, den Adam Lowther, ein Militärexperte des Air Force Research Institute, am 8. Februar in der »New York Times« veröffentlicht hatte. Er trug den Titel »Irans zweischneidige Bombe« und begann mit der Feststellung, dass die bisherige Iran-Politik Washingtons nirgendwohin führe. Statt sie aber zu ändern, solle man die iranische Atombombe mit anderen Augen sehen: Sie sei eigentlich gar nicht so übel. Sie sei nicht in erster Linie eine Bedrohung für die USA, sondern für die Länder der Region. Washington könnte ihnen Schutz versprechen, im Gegenzug politische, ökonomische und soziale Reformen verlangen - und zusätzlich auch noch die Abschaffung der Opec, was nach Lowthers Ansicht das Öl billiger machen »und an den Zapfsäulen jährlich Milliarden Dollar sparen« würde. Drittens würden die Palästinenser endlich mit Israel Frieden schließen, da die Atombombe ja auch ihr Leben gefährden würde. Viertens wäre eine iranische Atombombe ein einzigartiges Konjunkturprogramm für die amerikanische Rüstungsindustrie. Und schließlich könnten die USA, dafür, dass sie die arabischen Staaten beschützen, diese einen Teil der Kosten des Kriegs gegen den Terror bezahlen lassen." (FRANK)</i> Im Rahmen der Analogisierung sehr glaubhaft. Roosevelt wollte angeblich die längste Zeit auch keinen Krieg. Frank sieht voraus, von wem der Unentschlossene den notwendigen Tritt in den Hintern erhalten wird. Auch Obama wird eine solche Entscheidung vielleicht abgenomm°n. <i>"Denn Israel, der »Schandfleck«, den das iranische Regime »aus der Mitte der islamischen Gemeinschaft tilgen« will, wird von den Vorzügen einer iranischen Atombombe auch durch Leitartikel nicht zu überzeugen sein. Ahmadinedschad aber hat bereits angekündigt, dass Iran im Falle eines israelischen Angriffs auch gegen die USA in den Krieg ziehen werde. Die Frage ist also, ob Obama vorher handelt oder abwartet, bis diese Ankündigung wahr wird (es könnte ja auch Bluff sein, mag er sich sagen). Was würde Roosevelt heute tun?" (FRANK)</i> Das also der klingende Schluss. Die Fanfare ruft. Nur dass Frank bei seiner letzten Analogie ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Dass Israel im Wahn allein vorstoßen wollte, ist als Unglücksprophezeiung zwar möglich. Dass es aber ohne Wissen der USA einen Blitzangriff auch nur technisch unternehmen könnte, leuchtet keineswegs ein. Vor allem: Der Analogie gemäß müsste ja Israel die USA bedrohen, um Obama den nötigen Anstoß zu geben. Und das ist schlicht undenkbar. Frank wird das wissen, genau wie wir. Warum hat er dann seinen Artikel so enden lassen? Offenbar nur, um die Begriffe „Appeasement“ und –verfeinert- „iranischer Todeswillen“ überhaupt als gängige Vorstellungen auszustreuen. Um all den kleinen Gruppen mit verschärften anti-islamischen Vorstellungen Unterstützung zukommen zu lassen. Auch in diesem Fall unverantwortlich genug. Den ganzen Artikel Stefan Franks in Konkret nachlesen unter www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03<br><i>Quelle: Konkret/ 3/2010- Seite:15-17</i>:
10
Militär & Militarismus Veegd, Konrad (www.konkret-verlage.de/kvv/txt.ph°?text=diefdrsituation&jahr=2010&mon=03), Themenbereich



[Seitenanfang]

[Impressum] [Kontakt]
stattweb.de: Stattzeitung für Südbaden im Internet - Montag, 27.Mai.2019, 08:06Fake - Nicht klicken! Do not click here!Counter