stattweb-News Ausgabe 08, 2008-11![]()
Schulze, Dietrich:
Heidelberg: Gedenken an die Lechleitnergruppe und andere Mitglieder des Widerstands
News-Beitrag auf stattweb.de vom 5.November 2008
Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus, Bergfriedhof Heidelberg 1. November 2008, Gedenkrede Dietrich Schulze ![]()
„Der Gedanke an den nahen Tod schreckt mich nicht. Ein Mensch, der nicht fähig ist, sich für eine Idee aufzuopfern, ist einem höheren Sinn nach kein Mensch. Ich tat mit meinen Freunden, was erst den Menschen ausmacht. Das höchste Ziel eines Menschen besteht darin, für andere zu leben, für andere sich aufzuopfern.“ ‚ ![]()
(Georg Lechleiter) ![]()
„Liebes, sei tapfer und stark, damit Du nicht vergehst, sondern es überdauerst. ![]()
Du bist noch sehr jung, trotz allem liegt das Leben noch vor Dir, es wird der Tag kommen, an dem der Himmel wieder frei für Dich sichtbar und Dein Fuß wieder ungehindert gehen kann, wohin Du willst .... Mag es kommen, wie es will, mein Herzlieb, Du brauchst Dich um Deine Mutter nicht zu schämen. Du kennst mein stetes Bestreben, die Menschheit mit Liebe zu befreien und zu beglücken. Ich habe es, mit viel Erfolg, in nächster Umgebung versucht.“ ![]()
(Käthe Seitz) ![]()
„Ihr wisst, daß ich immer für meine Ideale gelebt habe und auch bereit bin, dafür zu sterben. Mein ganzes Leben habe ich der Arbeiterschaft gewidmet, und ich weiß, daß auf den Schultern des Proletariats der Staat der Zukunft erstehen wird.“ ![]()
(Jakob Faulhaber) ![]()
Letzte Worte von hingerichteten Mitgliedern der antifaschistischen Widerstandsgruppe um den Kommunisten Georg Lechleiter an die Angehörigen. Kraft und Zuversicht spendende Gedanken, die uns in die Pflicht nehmen. ![]()
Wir verneigen uns vor den 20 Opfern der Lechleiter-Gruppe nebst Einzelpersonen, vor den 7 Opfern der elsässischen Widerstandsgruppe Wodli, vor den Kriegs- und Nazigegnern Heinrich Fehrentz und Max Prinz zu Hohenlohe-Langenburg, die ihr Leben für unsere Freiheit gelassen haben. ![]()
Die Lechleiter-Gruppe vollbrachte die bedeutendste Aktion gegen Faschismus und Krieg im Südwesten Deutschlands. Die Gruppe aus 40 Kommunisten, Sozialdemokraten und Parteilosen bildete sich mitten im Naziterror nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Es gelang ihr, im Herbst 1941 vier mehrseitige Ausgaben der illegalen Zeitung „Der Vorbote“ herzustellen und zu verbreiten. ![]()
In hunderten von Exemplaren wurde über den Charakter des Krieges aufgeklärt: ![]()
„Im Weltmaßstab wird nun der Kampf geführt um die Beherrschung der Rohstoffgebiete und Absatzmärkte zur Steigerung der Gewinne.“ ![]()
Es wurde aufgeklärt über die Verbrechen in den besetzten Gebieten und zum Sturz der Naziherrschaft aufgerufen. Aufgrund von Verrat wurden 60 Personen verhaftet, 30 angeklagt, 14 zum Tode verurteilt und im September/Oktober 1942 hingerichtet. ![]()
Die Prozessfarce war eine moralische Niederlage für die Nazis: Keiner der todgeweihten Angeklagten konnte gebrochen werden. So wenig wie die Mitglieder der elsässischen Wodli-Gruppe. Der erst 20-jährige René Birr schleuderte Freisler, dem gefürchteten Ankläger, im Januar 1943 im „Volksgerichtshof“ die Worte entgegen: ![]()
„Wir kämpfen gegen Barbaren wie euch. Wir haben Waffen gesammelt, um euch aus unserem Land zu jagen. Ihr werdet untergehen, auch wenn ich sterben muss. Unser Beispiel, verbunden mit dem heroischen Kampf der Roten Armee, wird Tausende neuer Kämpfer hervorbringen. Unsere Provinz wird wieder frei sein!“ ![]()
Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, ![]()
die Botschaften, die von den Opfern des deutschen Faschismus für unser heutiges Handeln ausgehen, sind eindeutig: ![]()
Mit aller Kraft eintreten ![]()
1. Gegen jedes Unrecht und vor allem gegen den Krieg. Für eine Welt, in der alle Konflikte nichtmilitärisch gelöst werden. ![]()
2. Für die Auflösung der NATO - 60 Jahre sind mehr als genug. ![]()
3. Runter mit der Rüstung und mehr für Bildung und Soziales. ![]()
4. Gegen den Bundeswehreinsatz im Inneren und gegen jedwede zivil-militärische Zusammenarbeit. ![]()
5. Gegen jegliches Auftreten von alten und neuen Faschisten und für das Verbot der NPD als ersten Schritt zur Auflösung aller Neonazi-Gruppen. ![]()
6. Gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus. ![]()
7. Gegen Ausgrenzung und Abschiebung von Immigranten. ![]()
8. Gegen die wachsende soziale Spaltung der Gesellschaft. ![]()
9. Gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes. ![]()
10. Gegen die Errichtung eines autoritären Überwachungsstaates. ![]()
In einem Satz zusammengefasst: Mit aller Kraft eintreten gegen eine Politik, die den inneren und äußeren Frieden gefährdet. ![]()
Beim G8-Gipfel in Heiligendamm wurde – grundgesetzwidrig - erstmals die Bundeswehr gegen Demonstranten eingesetzt. ![]()
Der Bundestag hat gerade die Fortführung und Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan durchgewinkt. Dort wird seit sieben Jahren Krieg geführt mit deutscher Beteiligung - gegen den Willen einer großen Mehrheit der Menschen in unserem Land - vorgeblich um den Afghanen gegen Terroristen zu helfen, tatsächlich geht es wie bei den meisten Kriegen - gerade wie aus dem „Vorboten“ zitiert - um geostrategische Interessen, um Rohstoffe und Transportwege. ![]()
Die Bundesrepublik befördert die Ausweitung des Kriegsbündnisses NATO bis an die russische Kaukasusgrenze, nach Georgien und nach der Ukraine, entgegen den Bestimmungen des Zwei-plus-Vier-Vertrags. Pfeifen auf das Völkerrecht, erinnert das nicht an die deutsche Geschichte vor dem ersten und vor dem zweiten Weltkrieg? ![]()
Nur wenige Stichworte zu diesem Pulverfass: Von der US-Regierung gedeckte Aggression Georgiens und militärische Reaktion Russlands. Aufbau von sog. Raketenabwehrstationen. Drohende Ausweitung des Afghanistan-Krieges nach Pakistan. NATO-Drohung mit dem Ersteinsatz von Atomwaffen gegen den Iran. ![]()
Es gibt ernst zu nehmende Hinweise, dass auch im Falle der Wahl von Barack Obama der Aggressionskurs der US-Regierung gegen den Iran fortgesetzt werden wird, unter forcierter Einbeziehung der EU. ![]()
Mit ihren geschichtlichen Erfahrungen würden uns die Widerstandskämpfer jetzt vielleicht fragen: Wisst ihr überhaupt, wie nah vor einem Dritten Weltkrieg ihr steht? Und was tut ihr dagegen? ![]()
Die Widerstandsgruppe aus Heidelberg/Mannheim verfügte nämlich über die Fähigkeit der politischen Vorausschau. Die erste Ausgabe des „Vorboten“ vom September 1941 beginnt mit der prophetischen Feststellung: ![]()
„Seit dem 22. Juni steht der hinterhältige Überfall ...... auf die Sowjetunion im Vordergrund des politischen und militärischen Geschehens. Mit dem Aufmarsch gegen die Sowjetunion hat ein Abschnitt in dem zweiten imperialistischen Krieg begonnen, der zweifellos das Ende des Dritten Reichs einleiten .... wird.“ ![]()
Ja, die Rote Armee und das russische Volk haben unter Aufopferung von 25 Millionen Menschen entscheidend dazu beitragen, den Hitlerfaschismus zu besiegen. ![]()
Wenn wir es nicht verhindern, kann es morgen zu einem Krieg zwischen der NATO und Russland kommen. Kann sich überhaupt irgendjemand vorstellen, was es bedeuten würde, wenn erneut deutsche gegen russische Soldaten kämpfen? Gegen russische Soldaten, deren Vorväter Auschwitz befreit und uns die Freiheit gebracht haben. ![]()
Aus vielen guten Gründen - aber auch daraus - ergibt sich eine notwendige Konsequenz, die mit Macht auf die Tagesordnung der Geschichte gesetzt werden muss. Der Krieg als Mittel der Politik muss geächtet und unwiderruflich aus dem Leben der Völker verbannt werden. Das Kriegsbündnis NATO ist ein wesentliches Hindernis für den Weltfrieden, das endlich beseitigt werden muss. ![]()
Kein einziges Problem ist jemals mit einem militärischen Eingriff gelöst worden. Irak und Afghanistan liefern die aktuellen und für jedermann offensichtlichen Beweise. ![]()
Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, ![]()
in wenigen Tagen jährt sich die Pogromnacht zum 70. Mal. Nach der Zerschlagung der Arbeiterbewegung und jeglicher politischer Opposition vor 75 Jahren war das der Auftakt für die Endlösung, für den Holocaust, für die fabrikmäßige Vernichtung der jüdischen Menschen aus ganz Europa. ![]()
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Was erleben wir heute? Einen neuen Antisemitismus, die Schändung von jüdischen Gräbern durch Neonazis beinahe im Wochentakt. ![]()
Und was erleben wir im Bundestag? Den erschütternden und beschämenden Versuch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das gemeinsame Gedenken aller Parlamentsfraktionen an die Opfer der Pogromnacht zu missbrauchen. In den Beschlusstext soll eine Passage eingefügt werden, mit der ein behaupteter Antisemitismus der DDR verurteilt wird. Zentrale Begründung: Die DDR habe wie die Nazis jüdisches Eigentum durch Verstaatlichung geraubt. Das ist pure Geschichtsfälschung. ![]()
In der DDR wurde Großgrundbesitz, Banken und Großindustrie nicht deswegen enteignet, weil es jüdisches Eigentum war, sondern weil wirtschaftliche Machtzusammenballung aufgelöst werden sollte, die in Ost wie West als Motor und Stütze des Dritten Reiches erkannt worden war. In Form der Entflechtung von Monopolen und der Montanmitbestimmung geschah das auch in den Westzonen und diese Überzeugung fand Eingang in den Artikel 14 des Grundgesetzes der Bundesrepublik. Lesen Sie es bitte selber nach: Unsere Verfassung steht keineswegs mit einer antikapitalistischen Gesellschaftsordnung im Widerspruch. ![]()
Die Verdrängung und Verfälschung der Nachkriegserkenntnisse über die Ursachen des Faschismus verbunden mit einer Gleichsetzung von brauner und roter Diktatur hat heute Hochkonjunktur und ist eine von Konservativen, Medien und Anderen betriebene gefährliche Verdummung. ![]()
Als Hilfestellung dagegen eine gern verdrängte Nachkriegsanalyse: ![]()
„Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“ ![]()
Was meinen Sie, wer das geschrieben hat? Die Kommunisten! Na ja, eventuell die Sozialdemokraten! Gefehlt. Das ist die Eingangspassage des Ahlener Programms der Adenauer-CDU aus dem Jahre 1947. Jedes einzelne der eingangs aufgestellten „zehn Gebote“ steht in völligem Einklang mit dem damaligen Programm der Christlich-Demokratischen Union. ![]()
Die Gleichsetzung von Rechts und Links, von Braunen und Roten, stellt eine vorsätzliche Verdrehung der Geschichte dar und bedeutet eine Verharmlosung des Faschismus. Fakt bleibt, dass die Marxisten – darunter verstanden die Nazis Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaftler – die ersten Opfer waren. Ohne deren Beseitigung wären Diktatur und Vernichtungskrieg nicht möglich gewesen. Wer Rechts und Links gleichsetzt, setzt Täter und Opfer gleich. Wehren wir uns dagegen! ![]()
Der Faschismus als System, seine Steigbügelhalter aus dem Kreis der Banken und der Schwerindustrie, seine ökonomischen Nutznießer, seine willfährigen Helfer allerorten, die SS-Einsatzgruppen in den besetzten Gebieten, die Wehrmachttäter an unschuldigen Zivilisten, das sind und bleiben die Schuldigen. ![]()
Der Opfer des Faschismus gedenken, bedeutet also unbedingt auch, die Triebkräfte und die Täter im Blickfeld zu behalten. ![]()
Das ist mit dem „Zug der Erinnerung“, der Erinnerung an die jüdischen Kinder, die mit dem Reichsbahnnetz durch ganz Europa in die Vernichtungslager transportiert wurden, glänzend gelungen. Mit der Ausstellung wurde den Opfern ein Gesicht gegeben und die Reichsbahntäter beim Namen genannt – ein bewegendes Beispiel für wirksame Erinnerungskultur. Stationen gab es im Nordbadischen in Mannheim, Karlsruhe, Ettlingen und Mühlacker. Vielleicht ist bei einer Neuauflage auch Heidelberg dabei. ![]()
Massenhafte Arbeitsplatzvernichtung und die Hartz-IV-Gesetze haben eine fortschreitende Spaltung der Gesellschaft bewirkt, ein gefährlicher Nährboden für rechte Demagogen. Das alles wird durch die jetzige Krise, an deren Anfang wir erst stehen, noch verschärft. Die NPD sitzt in Länderparlamenten. Im Osten gibt es „national befreite Zonen“, in denen Ausländer, Andersaussehende und Antifaschisten um ihr Leben fürchten müssen. ![]()
Letzten Freitag haben Neonazis, darunter aus dem „Heidnischen Sturm Pforzheim“, das Konzert "Laut gegen Nazis" in einem Pforzheimer Jugendzentrum mit Glasflaschen, Knüppeln und Pfefferspray angegriffen und Besucher verletzt. Die Polizei spielt die neofaschistische Gewalttat herunter, statt die Täter dingfest zu machen. ![]()
Ein weiteres empörendes Beispiel – besser gesagt Schauspiel – lieferte kürzlich das Amtsgericht Böblingen mit der Verurteilung von sieben Antifaschisten wegen einer Prügelei, bei der im letzten Februar zwei NPD-Anhänger leicht verletzt wurden - zu mehrmonatigen Haftstrafen, einer davon zu zwei Jahren und vier Monaten. O-Ton des Richters: „Auch wenn es keine direkten Beweise gibt, bin ich überzeugt, dass alle Angeklagten an der Prügelei beteiligt waren.“ Bei einem Verurteilten spielten Vorstrafen wegen des Tragens zerschlagener Hakenkreuze eine Rolle, ein „Delikt“ von dem der Bundesgerichtshof inzwischen festgestellt hat, dass es keines ist. Das Böblinger Urteil stellt politisch motivierte richterliche Rechtsbeugung dar. ![]()
Das alles weckt schlimme Erinnerungen an das Ende der Weimarer Republik. Wieder sind Behörden und Justiz auf dem rechten Auge blind. Ist die Rechtsverschiebung dieser Republik schon wieder soweit gediehen, dass der politische Feind wie selbstverständlich links steht? ![]()
Vor dem ersten Weltkrieg war es die „vaterlandslose Sozialdemokratie“, die von den Deutsch-Nationalen als „Hauptfeind des deutschen Volkes“ ausgemacht wurde. Vor den Gräbern der „inneren Hauptfeinde“ des zweiten, von deutschem Boden ausgegangenen Weltkriegs stehen wir hier. Wiederholt sich die Geschichte mit dem gleichen „inneren Feind“ und neu erfundenen „äußeren Feinden“? Werden wir das zulassen? ![]()
NEIN und abermals NEIN. Das dürfen wir nicht mehr zulassen. ![]()
Und was tun Bund und Länder gegen das neonazistische Unwesen? ![]()
· Sie haben ein NPD-Verbotsverfahren in den Sand gesetzt, weil die NPD mit V-Leuten durchsetzt ist, und denken nicht an einen Rückzug der V-Leute. ![]()
· Die CDU-geführten Bundesländer verweigern die Aktenherausgabe an das Bundesinnenministerium über Neonazi-Gewalt und unterdrücken damit frische Beweise für ein neues Verbotsverfahren. ![]()
· Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) lässt widerwillig 175.000 von der VVN-Bund der Antifaschisten gesammelte Unterschriften für ein NPD-Verbot entgegen nehmen und versenkt diesen überzeugenden Bürgerwillen ungerührt in den Katakomben des Reichstags. ![]()
Demgegenüber die direkte Demokratie, die entschiedene Gegenwehr von engagierten Bündnissen gegen Rechts. Ohne diese hätte die NPD im Verein mit Schläger-Kameradschaften und einer anschwellenden Neonazi-Musik-Szene bereits ganz andere Wirkungen erzielt. ![]()
Es ist gut, dass es eine Antifaschistische Initiative Heidelberg, einen Arbeitskreis Antifa Mannheim und ein Antifaschistisches Aktionsbündnis Karlsruhe gibt, um nur drei regionale Beispiele für unverzichtbare und erfolgreiche Initiativen, für organisierte und wachsame antifaschistische Arbeit zu nennen. ![]()
Noch einmal zu den Widerstandskämpfern. In seinen letzten Worten hat sich der parteilose Rudolf Maus in der Todeszelle zum Widerstand bekannt und die Gemeinschaft mit der Lechleiter-Gruppe beschworen. ![]()
Das ist es, was den Menschen die Kraft verleiht, über sich selbst hinaus zu wachsen, die brüderliche und schwesterliche Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die alle Furcht und Not überwinden kann. Davon hat auch Käthe Seitz so warmherzig im Abschiedsbrief an ihre Tochter gesprochen. ![]()
Und das ist es, was wir auch heute über alle weltanschauliche und politische Grenzen als Demokraten, Gewerkschaftler und Antifaschisten hinweg pflegen, hüten und praktizieren müssen: die gegenseitig akzeptierende und Differenzen hintanstellende Zusammenarbeit gegen Rechts, gegen den Krieg, für die Rettung der Demokratie. ![]()
Das Kräfte zehrende „Schwimmen gegen den Strom“: Werden wir es dieses Mal schaffen? Werden es genügend Synchronschwimmer sein? Noch wissen wir es nicht. ![]()
Aber eines wissen wir ganz genau. Die Geschichte kann nicht zum Positiven verändern, wer nicht bereit ist, ein kleines Risiko auf sich zu nehmen, ein geringes Opfer, ein Stück weit Zivilcourage an den Tag zu legen. Vom Tun und Lassen jedes Einzelnen von uns als organisierte Kraft zusammen mit Gleichgesinnten hängt sehr viel, hängt alles ab. „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ ![]()
Trotz aller politischer Rückschritte und Hemmnisse können Erfolge erzielt werden. Michael Csaszkóczy, der unter uns weilt, übt seinen erlernten und geliebten Lehrerberuf aus, allen widerwärtigen Fährnissen seines 5-jährigen Berufsverbots zum Trotz, dank seines Mutes, dank der bundesweiten, ja internationalen Solidarität. Michael hat sich nicht beugen lassen. Er hat Willi Bleichers Leitspruch beherzigt: „Du sollst dich nie vor einem lebenden Menschen bücken!“ und ist selbst Vorbild für andere geworden. ![]()
Lassen Sie mich schließen mit Julius Fučík, dem tschechischen Schriftsteller, 1943 in Plötzensee hingerichtet. Seine „Reportage unter dem Strang geschrieben“ endet mit der Mahnung: „Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!“![]()
Quelle: freundlicherweise per mail zugesandt
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