stattweb-News Ausgabe 09, 2009-09![]()
Veegd, Konrad:
Afghanistan im Bundestag: Ein Totentanz der Prostitution
News-Beitrag auf stattweb.de vom 8.September 2009
Angeblich sollte im Bundestag ernsthaft über Afghanistan geredet werden. Wie kamen wir hinein- wie kommen wir wieder hinaus? In Wirklichkeit formierte sich die Mehrheit des Bundestags zur Reprise einer Reichstagssitzung von 1917. Den Russen hatte man es gezeigt. Die Amerikaner waren noch fern. Alles erging sich in alldeutschen Träumen. Zivilisieren. Ausweiten. Die Stahlindustrie Lothringens. Und so weiter. Das Gemeinsame: die zugepichten Augen vor der eigenen Lage und derjenigen in Afghanistan. ![]()
Speichellecker in ehemals linken Blättern hörten eine Ohrfeige für Jung heraus aus Merkels Trommelschlag. Die Wirklichkeit für Mithörende: Merkel verbittet sich Kritik in In- und Ausland, bevor nicht alles aufgedeckt ist. Auf unser Militär lässt sie nichts kommen. Und der -von allen bejubelte Höhepunkt- FALLS es zivile Opfer gegeben haben sollte, dann täte ihr das schon ein bißchen leid. Oh- dieses falls...![]()
Hat gestern im ganzen Bundeskanzleramt kein einziger Fernseh-Apparat funktioniert? Da kam- wie schon öfter- der Junge vor, der Benzin abzapfen wollte. Verbrannt, halbbalsamiert und stammelnd. Dann in einer anderen Sequenz ein Vater, der vorgab, nicht zu wissen, wie sein Sohn aus dem Haus gekommen war. Also gab es doch mindestens einen Zivilisten, der beim Beschuss verwundet wurde.![]()
Was soll angesichts dieser von niemand bestrittenen Tatsache das hochmütige “falls”- nicht nur der Schutzmantelmadonna im Kanzleramt.![]()
Westerwelle warf sich in der Debatte am heftigsten der Merkel an den Hals. Auch er stand zum Militär und gegen den Terror. Und der käme schnurstracks zurück, wenn mit den Bomben den Burschen am Hindukusch nicht endlich die zivile Gesellschaft über den Hals käme.![]()
Steinmeier meinte alles auch so. Aber leise. Der Außenministerposten lockt immer noch. FDP und SPD im Rankenwettbewerb: wer umschlingt endlich die Eiche?![]()
Das Härteste bot Trittin am Ende. Staatsmännisch wie keiner log er mit allen zusammen, der Krieg in Afghanistan sei kein Krieg. Und wen zitierte er zum Beweis? Einen der LINKEN, der es wahrscheinlich ganz anders gemeint hatte.![]()
Die Schamlosigkeit kannte keine Grenzen.![]()
Regierung und angebliche Opposition außer der LINKEN wälzten sich schamlos.![]()
Wenn dieser Reigen der erbitterten Tatsachenleugnung nur nicht auch genau so als Totentanz enden würde wie das Tiefengrölen im Reichstag 1917.![]()
Der tödliche Fehler war und ist in beiden Fällen genau derselbe: während die Lippen zum Triumphgeschrei sich wölben,stopfen sich Finger in Aug und Ohr, um das Unglück nicht wahrzunehmen, das sich unverkennbar schon breit macht. Wir wissen, wie es 1918 ausging! Und wie fassungslos das Staunen, als die lange zugehaltenen Augen und die verstopften Ohren aufgingen. Mit allen Folgen. Anders kann es nicht ausgehen.![]()
Quelle: PhOENIX- Direktübertragung der Diskussions-Simulation 8.9.09
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