stattweb-News Ausgabe 10, 2010-02![]()
Olga Tescho:
Mehr Soldaten nach Afghanistan- selbstverständlich nur für den Frieden
News-Beitrag auf stattweb.de vom 10.Februar 2010
Es war alles wie immer. Die neue Strategie Westerwelles erwies sich als die alte, mit einigen resignativen Abstrichen. Gelehrte Kollegen haben schon ans Ende des Römischen Reichs erinnert.![]()
Als ziemlich deutlich herauskam, dass die Legionen nicht mehr vorhanden waren, mit denen noch Trajan und Hadrian den Laden zusammengehalten hatten, ging man dazu über, feindlichen Gruppen -Stämmen - Land zu überlassen, damit die das dann gegen weiter Andrängende verteidigten. Was eine Zeit lang auch ganz gut ging. (Am Ende allerdings standen einige Germanen doch in Rom herum )![]()
Was man aus Westerwelles Grundsätzen herauslesen kann, ist eine ähnliche Strategie, allerdings in zwei Auslegungsmöglichkeiten. Die Fanatiker von den bloß Hungrigen trennen- und diese dann kaufen! ![]()
Version 1: Modell Kundus. Man bombardiert so lange bloß Hungrige und Sympathisanten, bis die besser aufpassen und die harten Gruppen zur endgültigen Liquidation den Amis und uns Zusatzdeutschen überlassen.![]()
Version 2: Man wirft mit soviel Geld um sich, dass Gruppen aller Art anbeißen- und Karsai das nächste Mal nicht mehr so viel Geld fürs Bestechen aus eigener Tasche ausgeben muss. Für Fassung 2 werden freilich dauernd Nachzahlungen nötig. Sonst: Tschüs Karsai!![]()
Westerwelle hätte das alles gern im wohltätigen Dunkel gelassen, wenn nicht Ströbele in einem Zwischenruf darauf hingewiesen hätte, dass mehr Soldaten zum Zerschlagen von Widerstand -![]()
und zugleich Verhandeln mit eben diesen Totschlagsopfern sich gegenseitig am Ende unweigerlich ein Bein stellen werden.![]()
Man huschte auf der Regierungsseite darüber hinweg. ![]()
Sonst allenthalben die alte Leier. Bloß,dass jetzt weniger von den kleinen Mädchen an Soldatenhand die Rede war- mehr von den blutbadfreien Bahnhöfen, wenn wir erst mal in Afghanistan gesiegt haben. Außer in Afghanistan scheint es keine Anlässe für muslimischen Unmut auf der Welt mehr zu geben.![]()
Erstaunlich allerdings die Rolle des Oppositionsführers. Steinmeier. Er trat staatsmännisch wie immer auf- sagte alles, was er immer schon gesagt hatte und hatte nur winzige Details am Konzept der Regierung zu bemängeln.![]()
Das einzige, was ihm bei seiner Darlegung entfallen war: er ist inzwischen in der Opposition.![]()
Er arbeitet sich tüchtig ins Regierungsgeschäft ein- oder hält sich immer noch als Reserve bereit.. Derzeit dürfte er bei 1914 angelangt sein. Wie damals die Eberts will er Deutschland noch einmal wissen lassen, dass sein “ärmster Sohn auch sein getreuster war”. Ein Volk.eine Kanzlerin, eine Gefolgschaft. ![]()
Allerdings: Kleiner Tipp aus den Tiefen. SPD steht in den Umfragen - trotz dem allgemein fühlbaren Missmut gegenüber der Regierungs-Clique -unverändert wie seit den Wahlen bei 22 Prozent.![]()
Quelle: Phoenix, Direktübertragung der Bunestagssitzung 10.2.10
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