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Stattzeitung für Südbaden Ausgabe 71, 2008-03

Schleicher, Ilona:
Hilfe für die Opfer von Agent Orange und Landminen in Vietnam

Der dunkle Schatten des Krieges lastet noch immer auf Millionen Menschen in Vietnam. Er verursacht körperliches Leid, hindert Menschen, sich aus der Armut zu befreien und ein Leben in Würde zu führen. Nguyen Thi Di will ihre Schwäche nicht zeigen. Mit aller Kraft hält sie sich aufrecht, liebevoll gestützt von ihrem Bruder. Sie ist eines der mehr als drei Millionen vietnamesischen Opfern des hochgiftigen, dioxinhaltigen, chemischen Kampfstoffes Agent Orange. Die US-Airforce hatte das Gift aus orangefarbenen Containern als Entlaubungsmittel über den Wäldern und Feldern Vietnams, Kambodschas und Laos versprüht, insgesamt 40 Millionen Liter. Menschen, über die sich der graue Nebel legte, starben, wurden krank, erlitten Schädigungen des Erbgutes. Viele Neugeborene kommen auch drei Generation danach noch mit schweren Missbildungen zur Welt. Die Umwelt ist in den Einsatzgebieten auf lange Zeit geschädigt, die Nahrungskette verseucht. SODI fordert gemeinsam mit anderen, dass sich die USA zu ihrer Verantwortung gegenüber den Opfern bekennen. Wir unterstützen die Forderung nach einer Entschädigung der Opfer durch die Hersteller des Giftes, Dow Chemicals, dem heutigen Monsanto Konzern. Und: Wir helfen Betroffenen und ihren Familien, ein Leben in Würde zu führen.

Mit der Unterstützung für 320 Familien mit Opfern von Hinterlassenschaften des Krieges setzt SODI sein Engagement zur Überwindung der Kriegsfolgen in der Provinz Quang Tri, einem Hauptschauplatz des Vietnamkrieges, im Rahmen seines Integrierten Programms zur Minen- und Blindgängerräumung und zur Wieder-ansiedlung fort. In der Provinz Quang Tri behindern die Kriegsfolgen Entwicklung und Überwindung der Armut noch immer in gravierender Weise. Hier wurden bisher 15 451 Opfer von Agent Orange registriert, 2 290 von ihnen starben. Seit 1975 wurden fast 7 000 Menschen bei Unfällen mit Minen und Streumunition getötet oder schwer verletzt. Ihre Familien sind in der Regel nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft aus der sozialen Not zu befreien. Dazu gehören die in diesem Projekt erfassten Familien mit Opfern von Agent Orange und von Unfällen mit Minen und Streumunition sowie Familien mit Angehörigen, deren Behinderungen andere Ursachen haben. Die Vietname-sische Vaterlandsfront – Projektpartner von SODI - ermittelte gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Heimatgemeinden, wie Hilfe zur Selbsthilfe am wirksamsten geleistet werden kann.

Die 320 Familien leben in instabilen Hütten aus Lehm und Bambus. Stets gehören sie zu den ersten Opfern von Taifunen und extremen Wetterlagen. Die Verbesserung der Wohnverhältnisse hat für sie oberste Priorität. Deshalb sollen die Familien je 826 Euro für den Bau eines kleinen Hauses mit Toilette erhalten. 688 Euro werden aus Projektmitteln bezahlt, den Rest schießt die Vaterlandsfront aus ihrem eigenen Spendenaufkommen zu.

Für Familien, die noch kein Land besitzen, stellen die Gemeinden kostenlos Grundstücke zur Verfügung. Nachbarn,

Freunde und die Dorfjugend werden beim Hausbau mithelfen.

Die finanziellen Ressourcen der Familien sind äußerst schwach. Sie sollen mit einem Kleinkreditprogramm nachhaltig gestärkt werden. Jede Familie wird 138 Euro für die Anschaffung eines Jungrindes oder von drei Schweinen erhalten. In einem Trainingsprogramm lernen sie, wie man für die monatlichen Zinszahlungen

und die Rückzahlung des Kredits sparen kann. Es werden Tipps für Tierhaltung, aber auch für Gesundheitsvorsorge und Hygiene vermittelt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert das

Projekt mit 257 076 Euro, die Vietnamesische Vaterlandsfront setzt 44 047 Euro Spendenmittel ein. 41 645 Euro an SODI- Spenden sind notwendig.

Bitte helfen Sie mit! Spenden können unter dem Kennwort: Agent Orange auf das SODI- Spendenkonto 10 20 100, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 100 205 00, getätigt werden.

Falls Ihr Interesse an anderen Projekten in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Ost¬europa habt, laden wir Euch gerne zu einem Blick auf unsere Homepage www.sodi.de ein.

Bei Fragen und Anregungen stehen wir Euch gerne zu Verfügung. Vielen Dank!

s.werther[ät]sodi.de


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