Stattzeitung für Südbaden Ausgabe 75, 2009-09![]()
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regio kurz
Stuttgart: Polizei bald mit Teleskop-Schlagstöcken![]()
Laut einer SWR-Meldung wird die Polizei in Baden-Württemberg im Frühjahr 2010 mit 20.000 ausziehbaren Stahlstöcken ausgestattet. Der sogennante "Teleskop-Schlagstock" (manchmal auch "Totschläger" genannt) besticht durch die praktische Größe und noch viel praktischere Härte. In Deutschland und in Österreich ist das Führen eines solchen Teleskop-Schlagstocks übrigens verboten. Das hindert natürlich nicht die Polizei daran, vermehrt auf diese Variante der "De-Eskalation" zurückzugreifen. In Hamburg werden die Schlagstöcke bereits verwendet. ![]()
Inneminister Rech kündigte am Freitag ein europaweites Ausschreibungsverfahren für die "Teleskop-Einsatzstöcke" an. Ausbilder hätten für das Einsatztraining der Polizei eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisher verwendeten kurzen Einsatzstock aus Hartgummi festgestellt. Für die Beschaffung der rund 20.000 Stöcke habe das Land die Mittel bereits freigegeben. Über die Höhe des Betrags wurden wegen der laufenden Ausschreibung keine Angaben gemacht. Zunächst sollen die Polizisten im Streifendienst mit den neuen Stöcken ausgestattet werden.![]()
Nach Angaben des Innenministers wurden in Hessen und Rheinland-Pfalz bereits positive Erfahrungen mit Teleskop-Einsatzstöcken gemacht. Sie seien nicht nur praktischer, weil sie zusammengeschoben am Gürtel getragen werden könnten. Es habe sich auch herausgestellt, dass sich Polizeibeamte "allein durch das offensive Ausfahren des Stocks und dem damit verbundenen Geräusch Respekt verschaffen". Eine weitere Eskalation habe so in den meisten Fällen vermieden werden können. Diese Wirkung spreche für den Teleskop-Einsatzstock. (sf)![]()
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Ein offener Brief![]()
Frau Bundeskanzlerin!![]()
Kennen Sie Eisenhüttendorf? Ich war gestern dort, anlässlich der Beisetzung eines Verwandten. (Wie schon ein halbes Jahr zuvor aus gleichem Anlass). ![]()
In diesem halben Jahr wurden in genau dem Stadtteil von Eisenhüttenstadt weitere hunderte Wohnungen abgerissen, zerstört, liquidiert, vernichtet, der als letzter in der DDR errichtet worden ist.![]()
Als ich diesen Vandalismus fotografierte, kam ein junger Mann und sprach mich an mit der Bemerkung: "Sie sehen hier Eisenhüttendorf!" ![]()
Und diesem Land der Massenvernichtung von Wohnungen "der De-Industrialisierung", der Entvölkerung, der Systemkrise, der Kriegsbeteiligung, der Duldung von drei faschistischen Parteien, des Revanchismus, der Verleumdung der DDR sind Sie Bundeskanzlerin.![]()
Als Ostdeutsche können Sie sich nicht herausreden: Sie kennen sehr wohl die Ursachen und Zusammenhänge dieser Entwicklung. Aber Sie tun nichts zur positiven Veränderung, zur Bewältigung der Krise, wie Sie andererseits die herrschende Ausbeuterklasse und deren willige Helfer unterstützen. Das ist unerträglich. ![]()
Mit Gruß, Horst Jäkel (Potsdam, 14.06.2009)
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