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Artikel


stattweb-News Ausgabe 09, 2009-10

Redaktionell zusammengestellt:
Tübingen: Solidarität mit Uni-Besetzung in Wien
News-Beitrag auf stattweb.de vom 28.Oktober 2009

Wir, die Tübinger Fachschaften-Vollversammlung, erklären uns soli­da­risch mit den Stu­die­ren­den­pro­testen in Wien.

Die Wiener Stu­die­renden pro­tes­tieren mit der Beset­zung ihres Audimax aus­drück­lich gegen jeg­liche Bil­dungs­ge­bühren, gegen immer mehr Konkurrenz- und Leis­tungs­druck, gegen den Mangel an Mit­be­stim­mungs­rechten und gegen die schlechte Bezah­lung von Ange­stellten, Leh­renden und Arbei­tern.

All dies sind Ten­denzen, die wir als Stu­die­rende in Baden-Württemberg nur zu gut kennen und unter denen das Bil­dungs­system in ganz Deutsch­land leidet. Deshalb for­miert sich auch hier­zu­lande breiter Wider­stand. Unter dem Namen “bun­des­weiter Bil­dungs­streik” koor­di­nieren sich unzäh­lige lokale Bünd­nisse aus Schü­le­rInnen, Stu­die­renden, Leh­renden und Gewerk­schaf­tern. Was diese Bünd­nisse im Sommer u.a. mit 270.000 Men­schen bei vielen dezen­tralen Demons­tra­tionen begonnen haben, setzen sie vom 17. November bis zum 10. Dezember mit erneuten Akti­ons­wo­chen fort. Denn statt zu handeln haben die poli­ti­schen Ent­schei­dungs­träger wie so oft nur Phrasen gedro­schen – von einem freien Bil­dungs­system für alle sind wir noch weit entfernt.

Dieses Jahr beginnen wir bewusst in der “Global Week of Action”, in der es welt­weit Bil­dungs­pro­teste geben wird. Denn die Ten­denzen, gegen die in Öster­reich wie in Deutsch­land ange­gangen wird, gibt es welt­weit – umso inter­na­tio­naler sind die Pro­test­be­we­gungen geworden und umso besser ver­netzen sie sich.

In eben diesem Sinne soli­da­ri­sieren wir uns mit den Stu­die­ren­den­pro­testen in Wien und rufen alle auf, bei den kom­menden Bil­dungs­pro­testen in Deutsch­land und welt­weit dabei zu sein. Wir kämpfen gemeinsam mit allen anderen Bündnissen für unsere Ziele:

* einen freien Zugang zu freier Bildung für alle

* selbst­be­stimmtes Lernen und Leben statt Konkurrenz- und Leistungsdruck

* Demo­kra­ti­sie­rung der Bildungseinrichtungen

* Stär­kung der Mitbestimmungsrechte

* Schutz vor einer Ver­ein­nah­mung durch Wirtschaftsinteressen

Deshalb: Haltet aus in Wien und geht nicht, bevor Eure For­de­rungen nicht ernst­ge­nommen werden. Lasst auch dann nicht locker und setzt euch in der gesell­schaft­li­chen Debatte mit lauter Stimme für Freie Bildung ein. Über­lasst die Mei­nungs­ho­heit nicht neo­li­be­ralen Bes­ser­ver­die­nern – eben jenen setzen wir unsere Soli­da­rität entgegen.

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Die Forderung der Wiener BesetzerInnen, die bei der Pressekonferenz am 22.10. verlautbart wurden:

Die aktuellen Forderungen, die u.a. bei der gestrigen Pressekonferenz verlautbart wurden:

- Ausfinanzierung der Unis!

- Demokratisierung der Unis und Stärkung der studentischen Mitbestimmung!

- Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Forschende und Arbeiterinnen!

- Freie Masterzugänge und keine verpflichtenden STEPS!

- Abschaffung der immer noch bestehenden Studiengebühren (auch für Migrantinnen)!

- Keine Studienbeschränkungen EU-weit!

- Weg mit fixen Erweiterungscurricula; für freie Wahlfächer!

- Weg mit Vorraussetzungsketten!

- Weg mit Punkte-Anmeldesystem!

- Schluss mit dem Bolognaprozess bzw. dem Bachelor-Master-System!

- Für die Einführung einer Frauenquote in der Universitätsverwaltung!



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