stattweb-News Ausgabe 09, 2009-10![]()
IG Metall Esslingen:
Meinungsfreiheit bedroht: Dietz-Motoren kündigt unbequemen Betriebsrat fristlos + update
News-Beitrag auf stattweb.de vom 30.Oktober 2009
Weil er sich in einem Beitrag in Spiegel-TV zur Situation im Betrieb geäußert hat, wurde Günther Albrecht, Mitglied des Betriebsrats bei Dietz-Motoren in Dettingen/Teck, fristlos gekündigt.![]()
2009: Weltwirtschaftskrise. Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie leiden unter einem Auftragseinbruch bis zu 80 %. So etwas gab es noch nie.![]()
Die IG Metall Esslingen kämpft um den Erhalt der Betriebe und der Arbeitsplätze. Sie hat mit ihren Aktionen Erfolge – siehe Putzmeister oder Index. Und die IG Metall hat bundesweit die Medien auf die besondere Betroffenheit der mittelständischen Industrie im Landkreis aufmerksam gemacht. Viele überregionale Zeitungen haben bereits berichtet und auch Funk und Fernsehen haben großes Interesse. So hat RTL mit der Sendung „Spiegel TV“ den 1. Bevollmächtigten der IG Metall Esslingen, Sieghard Bender, einen Tag bei seiner Arbeit begleitet. Betriebliche Verhandlungen gehören zu diesem Alltag; und die Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben, über die aktuelle wirtschaftliche Lage. Bei einem Treffen der IG Metall-Ortsgruppe Kirchheim berichtet dann Günther Albrecht, Betriebsratsmitglied bei Dietz-Motoren in Dettingen über die Sorgen der Beschäftigten.![]()
Und dieser Beitrag im Spiegel-TV soll ihm nun zum Verhängnis werden: Die Geschäftsleitung hat Günther Albrecht am Freitag, den 30. Oktober 2009 fristlos gekündigt. Und, was aus unserer Sicht noch schlimmer ist, der Betriebsrat hat der Kündigung mehrheitlich zugestimmt.![]()
Mit einer Resolution protestierten heute bereits Betriebsräte aus dem Landkreis Esslingen.![]()
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[SPIEGEL-online - normalerweise freudiger Troubadour des Kapitals - sah sich in diesem Fall doch zu einer eigenen Meldung verpflichtet. Schließlich hatte eine Sendung von SPIEGEL-TV die Gelegenheit zu den Aussagen des Betriebsrats erst gegeben.![]()
Natürlich mit dem gehörign Salz in die Suppe: schon der Kommentar bei SPIEGEL-online gibt dem Betriebsrat kaum eine Chance. Im Klartext: das Wohl des Betriebes geht in jedem Fall vor. Ganz egal, wie zutreffend die Aussagen des Betriebsrats sein mögen. Das weist auf die grundsätzlichen Fallen hin, die das Betriebsratsgesetz in der Bundesrepublik enthält. Wie bei den Maultaschen in Konstanz dominieren Begriffe wie "Vertrauenswürdigkeit". Immer gefragt nach dem Vetrauen, das der Chef gerade noch aufzubieten hat. Nie umgekehrt nach dem, das die Belegschaft den Versprechen des Inhabers noch entgegenbringen kann.![]()
Am schlimmsten in SPIEGEL-online die Kommentare. Geschätzte zwei Drittel ![]()
applaudieren. Ein Betriebsrat, der seinem Betrieb auch nur möglicherweise schadet, hat nichts Besseres verdient. So weit hat das Denken ausschließlich im Sinne des Kapitals sich bei den Leuten durchgefressen. fg in REDAKTION STATTWEB]![]()
Quelle: Mail
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