
stattweb-News Ausgabe 06, 2006-01![]()
Güde, Fritz:
Offenburg/Freiburg: Landesweit nahm die Polizei am durchgestrichenen Hakenkreuz das vorgeschriebene Ärgernis
News-Beitrag auf stattweb.de vom 07.Januar 2006
Nicht nur in Stuttgart, Tübingen oder Potsdam regnet es Anzeigen wegen des durchgestrichenen Hakenkreuzes oder der SS-Rune über dem Mülleimer. Auch in den aufgeklärteren Landesteilen passiert so was ohne weiteres. Etwa in Offenburg- schon vor Weihnachten, aber erst jetzt weiter bekannt geworden. Das OFFENBURGER TAGEBLATT berichtet vom Inhaber eines Offenburger Rasthofes, der vor Weihnacht angezeigt wurde. Er verkaufte über vierzig Anstecker mit verschiedenen Motiven. Darunter, ganz arglos, solche mit durchgestrichenem Hakenkreuz oder dem über dem Mülleimer.![]()
Die Kripo erschien, verhörte, forschte sehr ernsthaft nach rechtsradikalen Zusammenhängen –und stellte schließlich ein, nicht ohne zu bemängeln, dass der „Strich quer über das Hakenkreuz“ zu dünn ausgefallen sei. Wirken tut so etwas trotzdem: der Tankstellenwächter stopfte die Sticker in einen Sack, verstaute den in der Wohnung. Aber das polizeilich infizierte Gewissen brummte: die Dinger mussten in den Container. Sicher ist sicher...![]()
In diesem Zusammenhang erfuhr Denise Stepanek vom OFFENBURGER TAGEBLATT aber weiter, dass bei der Staatsanwaltschaft FREIBURG „jährlich rund dreißig Ermittlungsverfahren dieser Art aufgenommen werden“, allerdings –einsichtiger als in Tübingen- vor dem Gerichtsverfahren rechtzeitig eingestellt. Formelle Anklage wurde nie erhoben.![]()
Dabei kam auch heraus, dass in Freiburg gegen jemand ermittelt wurde, der eine Postkarte mit dem Spruch “Auschwitz hat es nie gegeben“ hinter die Fensterscheibe des Autos geklemmt hatte.. Dass sich der Spruch ironisch gegen die Holocaustleugner richtete, ließ sich am Ende immerhin nicht mehr verkennen. Auch hier wue eingestellt.![]()
Am verblüffendsten an der ganzen Sache aber: die Offenburger Polizei teilte Denise Stepanek treuherzig mit, dass sie weiterhin in den Schulen Aufklärung betreibe. Den Schriftzug “Ich bin gegen Nazis“ auf dem T-Shirt erlaubt sie dabei gnädig, hält aber weiterhin an der Lehre fest und teilt diese autoritativ mit, dass das selbe Hemd mit aufgedrucktem durchgestrichenem Hakenkreuz einen bedenklichen Verstoß darstelle.![]()
Kein Wunder, dass bei solchen Lehren den Kindern in der Schule die Logik verklemmt. Dann wäre ja der Arzt, der dem Vordermann den Zirkel aus dem Hintern zieht, genau so schlimm, wie der Täter dahinter, der ihn eingerammt hat. Wer einem Mädchen den Faltenrock mit Tinte vollspritzt so schlimm, wie der Vater oder die Mutter, die ihn mürrisch in die Waschmaschine stopfen, der Foul-Spieler so schlimm wie der Schiedsrichter, der ihn stoppt, Nein sagen und Ja brüllen ein und das selbe.![]()
Kinder, glaubt solchen Polizisten kein Wort! Mit denen kriegt ihr Pisa nie aus euren Köpfen.
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