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Artikel


Stattzeitung für Südbaden Ausgabe 71, 2008-03

redaktionelle Zusammenstellung:
“Ich bin mir bewusst darüber, dass der ganze Ruhm dieser Welt in ein Maiskorn passt.”
Fidel Castros Wort zum Abschied

“Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Antworten der kubanischen Gesellschaft auf die aktuellen Probleme, vor denen die kubanische Gesellschaft steht, eine größere Bandbreite von Handlungsmöglichkeiten erfordern, als es Züge beim Schachspiel gibt; handelt es sich doch um eine Gesellschaft, deren Mitglieder im Durchschnitt eine fast zwölfjährige Schulbildung besitzen, einer Gesellschaft mit fast einer Million Menschen, die über einen Universitätsabschluss verfügen, und der realen Möglichkeit der Bildung für alle ihre Bürgerinnen und Bürger - ohne jegliche Diskriminierung. Wir dürfen nicht ein einziges Detail übersehen; auch wird der Weg nicht einfach sein, wenn in einer revolutionären Gesellschaft die Intelligenz des Menschen über seine Instinkte die Oberhand gewinnen soll. Es ist nicht meine grundlegende Pflicht, an meinen Ämtern festzuhalten und noch weniger, damit jüngeren Menschen im Wege zu stehen, sondern meine Erfahrungen und meine Ideen beizusteuern, deren bescheidener Wert einer außergewöhnlichen Ära entstammt, in der ich das Privileg hatte zu leben. Ich würde also Verrat an meinem eigenen Gewissen begehen, wenn ich eine Verantwortung übernehmen würde, die Mobilität und völlige Hingabe verlangt, ich aber physisch nicht in der Lage bin, diese zu bieten. Das sage ich ohne Dramatik.

Glücklicherweise kann unser revolutionärer Prozess noch auf Kader der alten Garde zurückgreifen und auf andere, die während der frühen Etappe der Revolution noch sehr jung waren. Einige von ihnen waren enorm jung, fast noch Kinder, als sie sich dem Kampf in den Bergen anschlossen; und später trugen sie dann mit ihrem Heldenmut und ihren internationalistischen Einsätzen zum Ruhm des Landes bei. Sie besitzen die Autorität und die Erfahrung, um die Ablösung zu gewährleisten. Es gibt auch noch eine Übergangsgeneration, die zusammen mit uns gemeinsam die Grundlagen der komplexen und nahezu unerreichbaren Kunst gelernt hat, eine Revolution zu organisieren und zu leiten.

Der Weg wird immer schwierig sein und intelligente Anstrengungen aller erfordern. Ich misstraue den scheinbar leichten Pfaden der weltanschaulichen Apologetik oder der weltanschaulichen Selbstgeißelung als deren Gegensatz. Man muss immer auf die schlimmste aller Varianten vorbereitet sein. Ebenso besonnen mit Erfolg umzugehen, wie standhaft bei Widrigkeiten zu sein, das ist ein Prinzip, was nie vergessen werden darf. Der Gegner, den es zu bezwingen gilt, ist äußerst stark, aber wir haben ihn ein halbes Jahrhundert lang in die Schranken verwiesen.

Ich verabschiede mich also nicht von Euch. Mein einziger Wunsch ist es, ein Soldat im Kampf um Ideen zu sein. Ich werde weiterhin unter dem Titel “Reflektionen des Genossen Fidel” schreiben. Das wird lediglich eine weitere Waffe in unserem Arsenal sein, auf die man zurückgreifen kann. Vielleicht hört man auf meine Stimme. Ich werde umsichtig sein.”

Danke

Fidel Castro Ruz (am 18. Februar 2008, um 17.30 Uhr)

Salut Compañero, la revolucion va a perdurar

Auszüge aus der Tageszeitung Granma, Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kubas.

Sie veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 19. Februar 2008 auf Seite eins eine Erklärung

Fidel Castros. Renate Fausten und Ekkehard Sieker besorgten eine Übersetzung ins Deutsche.






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